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Informationen:

Der Stand der Katze in der Gesellschaft

Die Katze allgemein wurde in ihrer Geschichte nicht nur geliebt und verehrt, sondern auch verfolgt. Die Sympathie war nicht in allen Ländern und zu jeder Zeit gleich groß. Den Höhepunkt ihrer Beliebtheit und gotthaften Verehrung erlebte die Katze ca. 1000 v. Chr. in Ägypten, als sie als Katzengöttin Bastet angebetet wurde, die für Sanftmut stand und die Menschen vor bösen Einflüssen und Krankheiten schützen sollte. Der Tiefpunkt in der Geschichte der Katze liegt im westlichen Europa des Mittelalters zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert. Zu dieser Zeit wurden Katzen als Götzenbilder eines heidnischen Kultes verfolgt und in Massen getötet, da man sie mit Hexerei in Verbindung brachte.

 

Die Maine Coon

Wahrscheinlich kamen die langhaarigen Vorfahren (evtl. Perser- und Angora-Typ) mit den ersten Siedlern nach Amerika, die sich dort mit den einheimischen kurzhaarigen Katzen paarten. Da der Staat Maine im Norden an der Ostküste an der Grenze zu Kanada liegt, setzte sich das lange, dichte Fell wegen der kalten Witterung durch. So entwickelte sich der semilanghaarige (Halblanghaar) Katzenschlag, der sehr groß und robust und als Ratten- und Mäusevernichter bei den Siedlern äußerst beliebt war.

 

Die Herkunft des Namens „Maine Coon“ ist heute noch ebenso umstritten wie ihre Entstehungsgeschichte. Leicht zu erklären ist das „Maine“ im Namen, da im Jahre 1985 der damalige Governeur von Maine die Maine Coon zur offiziellen Katze dieses US-Staates erklärte. Das „Coon“ bezieht sich wahrscheinlich auf die Ähnlichkeit mit einem Waschbären, der im Englischen raccon heißt. Doch auch wenn das Fell etwas an das eines Waschbären und die Pinsel auf den Ohren an einen Lux erinnern, hat es sicher keine Paarungen zwischen Katzen, Waschbären und Luxen gegeben.

 

Die Maine Coon ist für mich eine der imposantesten Katzen! Sie gehört zu den größten Rassekatzen überhaupt. Ihr Wildlook, das halblange Fell mit der urtümlichen Zeichnung und die Luxpinsel auf den Ohren erwecken sofort unser Interesse. Wenn man nicht wüsste, dass die Maine Coon seit Jahrzehnten gezüchtet wird, könnte man sie durchaus für eine wilde Katze halten. Dies trifft allerdings nur auf ihr Äußeres zu, denn charakterlich ist die Maine Coon in der Regel alles andere als wild. Sie kuschelt gerne und hingebungsvoll und liebt ihre Familie. Sie ist auf den Menschen bezogen, verträgt sich hervorragend mit anderen Tieren und ist somit die ideale Katze für Leute, die schon eine Katze oder einen Hund haben.

 

Die Maine Coon kann aber auch temperamentvoll sein und braucht ihre aktiven Phasen, in denen sie vom Spielen und Herumtollen nicht genug bekommt. Ein Kätzchen ist nämlich nicht immer nur niedlich und ruhig, es hat auch Bedürfnisse, denen Sie gerecht werden müssen! Sie sollten daher immer dafür sorgen, dass Ihre Maine Coon etwas zu tun bekommt, wenn sie danach verlangt, sonst kann sie schon mal auf dumme Gedanken kommen. Wenn Ihre Katze also öfter mal alleine Zuhause sein muss, denken Sie am besten über die Anschaffung einer zweiten Katze nach.

 

 

 

Regeln beim Kittenkauf:

  • Kaufen Sie niemals eine Katze, wenn die Übergabe auf der Straße, auf Parkplätzen oder Märkten stattfinden soll.

  • Besichtigen Sie immer den Geburtsort der Kitten. Ein seriöser Züchter lädt Sie sogar dazu ein, denn er hat kein Problem damit, den Geburtsort der Tiere zu zeigen.

  • Bestehen Sie darauf, das Muttertier zu sehen. Ist das nicht möglich, wählen Sie besser einen anderen Züchter.

  • Ein seriöser Züchter bietet nicht verschiedene Rassen an. Nur rein profitorientierte Züchter versuchen mit vielen Rassen möglichst viele Käufer anzusprechen. Wählen Sie besser einen anderen Züchter.

  • Kaufen Sie nie eine Katze aus Mitleid. Genau darauf setzen unseriöse Händler.

  • Kitten sollten beim Kauf nicht jünger sein als 12 Wochen.

 

 

HCM

Was heißt eigentlich HCM?

Die hyperthrophe Cardiomypathie (kurz: HCM) ist die am häufigsten diagnostizierte Herzerkrankung bei Katzen. Merkmale der Krankheit sind eine Verdickung der linken Herzkammerwand, eine Verdickung der Papillarmuskeln, eine Vorwärtsbewegung der Mitralklappe, eine Vergrößerung der linken Herzkammer und Herschwäche/Herzversagen.

 

Der Gentest

Mit Hilfe eines Gentests sollen Katzen identifiziert werden, die HCM im Erbgang tragen bzw. die frei von dieser Mutation sind. Für den DNA-Test wird zunächst aus einer Blutprobe die DNA der Katze isoliert. Mittels der s. g. Polymerase-Kettenreaktion wird dann das betroffene Gen millionenfach vervielfältigt, um es leichter analysieren zu können. Anschließend wird automatisch mit Hilfe eines s. g. Genetic Analyzers die Erbsequenz gelesen. Somit soll die HCM auf mit relativer Testsicherheit nachgewiesen werden können. Der Test kann bei Maine Coons und Maine-Coon-Mischlingen angewendet werden.

 

Die neuesten Studien zu den beiden in Deutschland verfügbaren Gentests auf HCM der Kleintierklinik der Ludwig-Maximilien-Universität in München haben allerdings gezeigt, dass der Test nicht 100-%-ig ist. Maine Coons mit HCM hatten im Gentest ebenso häufig ein positives Ergebnis wie Maine Coons ohne HCM. Außerdem heißt selbst ein positives Ergebnis nicht, dass die Katze zwangsläufig erkranken muss; es gibt auch gesunde "HCM-Träger". D. h. dass die Katze zwar HCM in den Genen trägt, diese jedoch nicht unbedingt irgendwann ausbrechen muss.

 

Leider hatten wir dieses Ergebnis nicht mehr rechtzeitig vorliegen und haben daher viel Geld in diesen Gentest investiert.

 

Es gibt auch noch eine "HCM-Beschallung". Hierbei wird bei der Katze mit Ultraschall der Herzmuskel untersucht. Allerdings macht dieser Test erst Sinn, wenn die Katze 3 - 4 Jahre alt ist, da HCM vor diesem Zeitpunkt per Ultraschall nicht erkennbar ist.

 

Trotz Beschallung oder Gentest kann eine HCM jedoch leider nicht 100-%-ig ausgeschlossen werden, da diese auch angeeignet werden kann, unabhängig davon, ob in den Genen HCM vorhanden ist oder nicht.  

 

Hier nun ein Abdruck des Ergebnisses der Studie:


Genetische Assoziation der A31P- und A74T-Polymorphismen mit der felinen hypertrophen Kardiomyopathie bei der Maine Coon

C. Schinner, K. Weber, K. Hartmann, G. Wess, Abteilung für Kardiologie der Medizinischen Kleintierklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München

Einleitung: Die hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) ist die häufigste feline Herzerkrankung mit autosomal dominantem Erbgang und variierender Penetranz. Die A31P- und A74T-Polymorphismen (SNPs) im kardialen Myosin binding protein C3-Gen (MYBPC3) werden derzeit als kausale Mutationen bei Maine Coon-Katzen angesehen.

In der Praxis weichen Ultraschalldiagnosen häufig vom Genotyp ab. Von züchterischer sowie tierärztlicher Seite ist unklar, wie mit herzgesunden Genotyp positiven Katzen verfahren werden soll. Ziel der Studie waren deshalb die Evaluierung der klinischen Assoziation beider SNPs sowie die Beurteilung der klinischen Validität bereits vermarkteter Gentests.

Material und Methoden: 83 Maine Coon-Katzen und 68 Katzen unterschiedlicher Rassen gingen in die Studie ein. Weibliche Tiere mussten älter als 36 Monate, männliche älter als 24 Monate sein. Der Phänotyp „herzgesund“ oder „HCM“ musste eindeutig zuzuordnen sein. Die Phänotypisierung erfolgte mittels Herzultraschall, die Genotypisierung mittels Taqman® Genotyping Assays.

Ergebnisse: 21,13% der herzgesunden Tiere waren im Gentest positiv für den A31P- und 32,84% für den A74T-SNP. 75% der HCM-Gruppe trugen das gesunde Allel bezüglich des A31P- und 50% bezüglich des A74T-SNPs. Die Allelfrequenzen unterschieden sich zwischen den Phänotypgruppen nicht signifikant. Anhand der vorliegenden Studienpopulation bestand kein Hinweis, dass bereits vermarktete Gentests einen prädiktiven Wert besitzen. Eine computergestützte Proteinanalyse ordnete die Auswirkung der SNPs auf das Protein als benigne ein. Der A31PPolymorphismus ist spezifisch für Maine Coons, während der A74T-Polymorphismus auch bei anderen Katzenrassen vorkommt.

Schlussfolgerungen: Mit der untersuchten Patientenzahl wurde keine Assoziation zwischen der HCM und den untersuchten Polymorphismen gefunden. Der Goldstandard für die Zuchtauslese besteht weiterhin in der jährlichen echokardiographischen Untersuchung.“